Warum vegan / Vitalkost?

Nährstoffe in Hülle und Fülle, Gewichtsreduzierung, weniger Stress und gute Laune – das klingt doch alles ziemlich erstrebenswert. Dazu braucht es weder Pillen noch chemische Zusatzstoffe, nicht mal einen Herd. Lediglich die Natur, die eigene Kreativität und den Mut, neue Dinge auszuprobieren reichen aus für ein gesundes langes Leben. Die Rohkost-Diät ist der Trend der Neunziger und man hat sofort nur Möhren, Salat und Radieschen im Kopf. Wie soll man davon satt werden? Das hängt einem doch nach 3 Tagen zum Hals raus. Das sind verständliche Gedanken, doch Rohkost kann viel mehr als die Rezepterubrik der Frauenzeitschrift vom Kiosk verspricht.

 

Wenn wir unser Essen kochen, gehen bis zu 80% der wichtigen und gesunden Nährstoffe kaputt. Schlimmer noch, durch die erhöhte Hitzezufuhr entstehen Nebenprodukte, die unser Körper weder braucht noch aufnehmen kann. Zu den hitzeempfindlichen Stoffen zählen unter anderem auch Vitamin C und ungesättigte Fettsäuren. Wir zerstören damit sozusagen die lebende Kost und nehmen das zu uns, was davon übrig bleibt. Rohkost kann vegan, vegetarisch und omnivor zubereitet werden und auch Nahrungsmittel, bei deren Herstellung eine gewisse Erhitzung notwendig ist, sind kein Problem. Dazu gehören zum Beispiel Trockenfrüchte. Wenn der Gehalt an roher Nahrung erhöht wird, verbessert sich die Aufnahme der wichtigen Nährstoffe zusehens und gleichzeitig wird das Gewicht auf das reduziert, was der Körper auch tatsächlich benötigt. Der Stoffwechsel kommt in Schwung und die Ernährung durch Rohkost beflügelt den Geist, das wiederum macht sich deutlich im Alltag bemerkbar. Die eventuellen Hautprobleme reduzieren sich, die Verdauung reguliert sich, das Haar wird gesünder und das allgemeine Wohlbefinden wird sich rasant positiv verändern. Sämtliche kleine Baustellen im Körper werden durch die überwiegend rohe Nahrung mit den optimalen Nährstoffen versorgt.

 

Natürlich sollte niemand jetzt in den nächsten Supermarkt laufen und sich mit Karotten, Eisbergsalat und Äpfeln eindecken. Eine vorherige intensive Auseinandersetzung mit den benötigten Nährstoffen und in welchen Nahrungsmitteln sie enthalten sind, ist unbedingt zu empfehlen. Denn so kann die Umstellung auf Rohkost ganz schnell in Frustration enden, eine ausgewogene Mischung aus Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen ist die Formel zum glücklichen Essen. Wenn der Frühling in die Wälder und auf die Wiesen zurückkehrt ist das die optimale Zeit, auf Jagd zu gehen. Wildkräuter, wie Löwenzahn und Gänseblümchen sind optimale Nährstofflieferanten und Sattmacher und gehören in jeden Salat. Auch Blüten von Stiefmütterchen, Wildrosen und anderen Blumen verschönern nicht nur die Optik des Essens, sie enthalten auch nahrhafte Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe.

 

An Gemüse muss ebenfalls nicht gespart werden. Das ist nebenbei gesagt ein weiterer Vorteil der rohen Ernährung, man kann so viel essen bis man satt ist und braucht danach kein schlechtes Gewissen zu haben. Avocados, Kokosnüsse (auch in Form von Öl, Paste und getrocknet), in Wasser eingeweichte Leinsamen und Olivenöl in Bioqualität sind Lieferanten gesunder pflanzlicher Fette und lassen sich optimal in den Alltag integrieren. Mit Kokosöl lässt sich neben dem Essen auch die Körperhygiene aufpeppen und das wohlriechende Öl ersetzt gern so manche chemisch hergestellte Creme oder teure Haarmaske. Ein gewisser Anteil an Fett ist auch bei roher Ernährung wichtig, da diese dem Körper wichtige Schmierstoffe für Schleimhäute und Darmwände liefern, ebenso kurbeln sie den Stoffwechsel an. Bei einer veganen Rohkost-Ernährung muss darauf geachtet werden, dass wichtige Vitamine wie B12 aus gesunden alternativen Quellen aufgenommen werden und auch Nährstoffe wie Zink und Omega-3-Fettsäuren sind wichtige Energiequellen für den Körper. Es gibt inzwischen zahlreiche Präparate, die den Vitamin B12-Gehalt im Körper konstant halten und es ist mittlerweile ebenfalls in diversen Getränken, wie Reismilch oder Hafermilch enthalten. Wurzel- und Knollengemüse enthalten eine geringe Zahl an Vitamin B12, ebenso wie vergorene Lebensmittel, also Sauerkraut und auch Bier. Besonders in der asiatischen Küche gibt es Lebensmittel, wie Meeresalgen, die einen hohen Anteil an Vitamin B12 aufweisen. Die Noriblätter sind eine gute Quelle und lassen sich auch roh gut verarbeiten. Omega-3, welches besonders in Fisch vorkommt, lässt sich ganz einfach durch diverse Öle ersetzen. Leinöl, Walnussöl oder auch Rapsöl haben einen hohen Anteil an Omega 3, ebenso wie Chiasamen. Mit Chiasamen lässt sich hervorragend Pudding herstellen, indem diese einfach nur über Nacht in einer pflanzlichen Milch eingeweicht werden und schon hat man einen leckeren süßen und rohen Nachtisch.

 

Wenn der Drang nach einer warmen Mahlzeit dann doch zu groß wird, sind warme Suppen aus frischem Gemüse der ideale Ausgleich. Auch die Reduzierung von Zucker und Kohlenhydraten ist bei einer vitalen Ernährungsweise essentiell. Kohlenhydrate fördern die Übersäuerung im Körper und verschlacken den Darm, das sind Faktoren die mehr als 80% der bekannten Krankheiten beeinflussen. Mit einer Reduzierung dieser Nahrungsmittel wird dieses Risiko gesenkt und Produkte wie Brot, Nudeln, Pasta, Pommes und Pizza sollten zur Ausnahme werden. Umso mehr lernt man, diese Nahrungsmittel zu schätzen und gönnt sie sich zu besonderen Anlässen. Doch selbst dafür gibt es nahrhafte und zugleich leckere Alternativen die den Verzicht gleich viel erträglicher werden. Wie wäre es zum Beispiel mit Roten Linsen, Kichererbsen, Hirsebrei und exotischen Süßkartoffeln? Diese Nahrungsmittel sind aufregend lecker und dazu noch unglaublich gesund. Ein guter Zuckerersatz ist das Produkt der Wunderpflanze Stevia. Dieser Ersatz ist viel süßer als der herkömmliche Zucker und reguliert gleichzeitg den Blutzuckerspiegel. Es enthält keine Kalorien, keinen Zucker wie wir ihn kennen und schützt die Zähne nebenbei noch vor Karies. Die Pflanze aus Südamerika wird auch Honigkraut genannt und ist bis zu 300 Mal süßer als industriell hergestellter Zucker. Inzwischen finden sich auch schon viele Produkte in den Ladenregalen, welche nur mit Stevia gesüßt sind und dadurch automatisch einen viel geringeren Kalorienwert haben, trotz gleich hoher Energiezufuhr.

 

Bei Fertigprodukten weiß man nie genau, was man da eigentlich in sich hineinstopft und wundert sich am Ende über die hohe Zahl auf der Waage oder die schlechte Haut. Solche Probleme lassen sich durch eine vitale Ernährung minimieren und man lernt schnell, was der Körper tatsächlich benötigt und was einem selbst gut tut. Es ist nicht zwingend notwendig, sofort auf eine hundertprozentige Rohkost-Ernährung umzusteigen, schon die Reduzierung gekochter Nahrung auf 20-40% macht einen erheblichen Unterschied.

 

Die Läden sind voll mit chemisch hergestellten Ersatzprodukten und diversen Vitaminpräparaten, dass man allmählich die Übersicht verliert. Viel schöner ist es doch, wenn man vom Sonntagsspaziergang nach Hause kommt und nebenbei einen Korb voller wertvoller Nahrungsmittel sammeln konnte, das ganz umsonst. Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt und eine optimale Versorgung mit den wichtigen Nährstoffen erspart den ein oder anderen Termin beim Arzt, denn Grippeviren und andere lästige Untermieter kommen kaum an diesem gefestigten Immunsystem vorbei. Wer morgens aufsteht und freiwillig auf den Kaffee verzichtet, weil er sich wach und fit fühlt, hat in Sachen Ernährung alles richtig gemacht.

 

Beitragsbild von Edgar Castrejon

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